Die Hohlprofil-Extrusion ist ein spezielles Fertigungsverfahren, das zur Herstellung von Kunststoff- oder Metallprofilen mit einem oder mehreren inneren Hohlräumen oder Kammern verwendet wird. Die Komplexität dieses Verfahrens liegt in der Konstruktion des Werkzeugs (Matrize), das gleichzeitig die äußere Form und den inneren Hohlraum ausbildet. Bei der Kunststoffextrusion wird dies meist mittels einer Spinnenmatrize oder Stiftmatrize erreicht. Eine Spinnenmatrize verwendet mehrere „Beine“, um einen zentralen Mandrel innerhalb des Matrizenkörpers zu stützen. Das geschmolzene Polymer strömt um diese Beine herum und vereinigt sich wieder („verschweißt“) in einer Schweißkammer, bevor es die Matrize verlässt. Die Qualität dieser Wiederverbindung ist entscheidend, da eine schwache Nahtstelle eine strukturelle Schwäche darstellen kann. Alternativ kann bei weniger viskosen Materialien eine seitlich gespeiste Mandrel-Matrize verwendet werden, um Nahtlinien vollständig zu vermeiden. Bei der Metall-Extrusion gilt ein ähnliches Prinzip, wobei eine Porthole- oder Brückenmatrize zum Einsatz kommt: Der Metallblock wird dabei in Stränge aufgeteilt, die um eine Brücke herumfließen, die den Mandrel trägt, und anschließend unter hohem Druck und hoher Temperatur in der Schweißkammer miteinander verschweißt werden, bevor sie die Matrize verlassen. Die Hohlprofil-Extrusion erfordert eine präzise Steuerung der Prozessparameter wie Temperatur, Geschwindigkeit und Druck, um eine feste, nahtlose Verbindung sicherzustellen. Dieses Verfahren ist unverzichtbar für die Herstellung einer Vielzahl wesentlicher Produkte – von mehrkammerigen PVC-Fensterprofilen und komplexen PA66-Wärmedämmbändern bis hin zu Aluminiumrohren und strukturellen Bauteilen für die Automobilindustrie, bei denen die Hohlräume erhebliche Gewichtseinsparungen und eine verbesserte strukturelle Effizienz ermöglichen.