Das Werkzeugstahlmaterial für Extrusionsdüsen ist ein entscheidender Faktor bei den Verfahren zur Profilextrusion von Kunststoffen und Aluminium, da die Düse das Werkzeug ist, das dem geschmolzenen Material seine endgültige Form verleiht. Die Auswahl des Materials für die Düse richtet sich nach Anforderungen hinsichtlich Verschleißfestigkeit, Politurfähigkeit, struktureller Festigkeit bei hohen Temperaturen und manchmal auch Korrosionsbeständigkeit. Bei der Profilextrusion von Kunststoffen, insbesondere für technische Polymere wie glasgefülltes PA66, das in Wärmedämmkernen verwendet wird, werden die Düsen nahezu ausnahmslos aus hochwertigen Werkzeugstählen hergestellt. AISI P20 und H13 (Chrom-Warmarbeitsstahl) sind gängige Wahlmöglichkeiten. H13 zeichnet sich besonders durch seine hervorragende Kombination aus Warmhärte, Verschleißfestigkeit und Zähigkeit aus, was unerlässlich ist, um der abrasiven Wirkung glasgefüllter Compounds standzuhalten. Die Düsenlanden und kritischen Strömungsflächen werden häufig gehärtet und temperiert, um eine hohe Oberfläkenhärte zu erreichen, typischerweise zwischen 48 und 52 HRC. Nach dem maschinellen Bearbeiten werden diese Flächen sorgfältig auf ein Spiegelglanz-Finish poliert, oft bis zu einer Oberflächenrauheit von 8–16 Mikroinch, um die Reibung zu minimieren und Materialanhäufungen zu verhindern, die zu Abbau und Oberflächenfehlern am Extrudat führen können. Bei der Aluminiumextrusion, die mit wesentlich höheren Drücken und Temperaturen verbunden ist, sind nitrierte Stähle wie H13 Standard, wobei das Nitrieren eine äußerst harte, verschleißfeste Oberflächenschicht erzeugt. Die Integrität, thermische Stabilität und Oberflächenqualität des Materials der Extrusionsdüse sind von größter Bedeutung, da jeglicher Verschleiß oder jede Verformung direkt auf jeden Meter des extrudierten Profils übertragen wird und so die Maßgenauigkeit, die Oberflächenqualität und letztlich die Produktleistung beeinträchtigt.